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1989

Hans-Peter Müller: „Theater“

Bühnenbilder und Rauminstallation

Flottmannhallen Herne

PERSONHans-Peter_Muller_Malerei_Vita.html

DIE ERNSTHAFTIGKEIT DES SPIELS

Worte, die nur in Gedanken geschrieben werden,

so müßte ein Text zu dieser Arbeit entstehen.

Auszuprobieren, sie aneinanderzureihen, neu zusammenzusetzen

--- dann alles wieder Wegzuwischen.

Und trotzdem blieben Spuren

- keine Bilder,

Anknüpfungspunkte für neue Gedanken.

Raum, der sich verändert

Nähe der Extreme plötzliche Nachbarschaft beziehungsloser Dinge

- Verwirrungsmöglichkeiten

Schreibtische, auf denen experimentiert wird

eine Fensternische mit ausgegossenen Büchern

dazu ein Stehpult, ein Spind

- gehen wieder fort

In den Schubladen- Federn, Plastikspielzeug, Asche, Holzkohle

- ungewohntes Zusammentreffen befremdlicher Elemente

Auf den Tischen
Fläschchen, mit verschiedenen Tinten gefüllt
darunter Spuren auf Papier
- ein Pinsel
Ein Hirschgeweih, mit Klebeband am Tisch fixiert
später Federn daran
- zeitweilig auch Tassen
Ein aufgeschlagenes, bemaltes Buch mit Schraubzwingen befestigt
- der Neugier entzogen
Bücher von einer Zwinge zusammengepreßt
- ein Keil versucht sie zu spalten
Zwei Schreibmaschinen über Telexpapier verbunden
- Steine blockieren die Kommunikation

Später - alles wieder frei
- die Tischflächen klar und leer
- Nichts bleibt fest - die Dinge sind wieder befreit
- kein quälender Sinn - kein zementierter Zusammenhang
Alles scheint spielerisch leicht, vergänglich
bis es von Neuem beginnt

Neue Experimente - Situationen klären sich
- aus den Dingen entwickeln sich neue Ordnungen
Geschriebene Worte scheinen so schwer.
Nur mühsam fügen sie sich aneinander.
Können ihre Ordnung nicht verändern;
wechseln ihre Standorte nicht.
Sinn wird ihnen abverlangt. Erklärung, die nicht notwendig ist.
Fest und sicher sollen sie sein,
so daß man sich auf sie verlassen kann.

Grenzen des Denkens - Möglichkeiten zu Sehen.

In Peters "Bildern" finden Gegensätze einen gemeinsamen Raum
- neue Erfahrungen erschließen sich
die Grenzen der Begriffe werden verwischt

Text: Barbara Bergmann

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